Google - Mystifizierung einer Suchmaschine

Marketingman - Online Marketing Magazin

stop
Home Dienste Kontakt Impressum

Google - Mystifizierung einer Suchmaschine

Suchmaschine GoogleVom Tellerwäscher zum Millionär, vom kleinen StartUp zum Weltmarktführer, von innovativer Technologie zum Informationsgigant - und alles ohne nenneswertem Marketing-Budget. Das ist der Stoff, aus dem Medien, Mythen stricken; die Wortkargheit des Suchmaschinenbetreibers hinsichtlich Zukunftspläne und -strategien scheint Spekulationen und Informationshunger noch mehr anzuheizen.

Die Suchmaschine Google ist längst zentrales Thema und steht im Brennpunkt des medialen Interesses; seit dem die Kalifornier mit ihrer minimalistisch gestalteten Homepage und guten Suchergebnissen die Herzen der Informationssuchenden erobert hat und Maßstäbe in Sachen Websuche gesetzt hat (die Websuche heißt bezeichnenderweise googeln), wird die Öffentlichkeit nicht mehr müde, über Suchalgorithmen, zukünftige Funktionsweise und Geschäftstrategie des Suchmaschinen-Betreibers zu diskutieren und zu spekulieren.
Anfangs nur in Foren und Weblogs als zentrales Thema zahlreicher Webmaster und "Suchmaschinen-Optimierer", rückt Google - dank phänomenaler Geschäftszahlen und fortschreitender Expansion - seit geraumer Zeit zunehmend ins Mittelpunkt des medialen Interesses.

Spätestens der Börsengang Googles 2007 und die schier unglaubliche Entwicklung des Aktienkurses, haben die Kalifornier ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gerückt.
Googles Geschäftsstrategien und (vermeintliche) Äusserungen zu zukünftigen Schritten, werden geradezu minutiös beobachtet und dokumentiert, mangelndes Wissen erschafft seitens der Medien und Internetgemeinde schon mal Räume für zahlreiche Spekulationen und Fantasien.
Google ärgert mittlerweile sogar Microsoft, führende Medienkonzerne weltweit bangen - ob der enormen Reichweite Googles in Sachen Online-Werbung - mittlerweile um zukünftige Kunden. Politiker sehen erschrocken auf und rufen (ist es hierfür nicht schon zu spät ?) zu nationalen Initiativen und staatlicher Kontrolle auf, ein vermeintlicher Google-Monopol sei von keiner europäischen Nation hinnehmbar.

Entgegen allen Erwartungen PR-technisch verwöhnter Medien, äußert sich Google nicht oder kaum, ein idealer Nährboden für spekulativer Journalismus und schlecht recherchierte Halbwahrheiten.
Ein folgerichtiger Begleitaspekt ist in diesem Zusammenhang die Spaltung und Polarisierung der Öffentlichkeit in Freunde und unnachgiebige Feinde des Suchmaschinenbetreibers. Schwarzmaler und Neider sehen - angesichts eines Aktienkurses von ca. 400 US-Dollar - das Platzen der "Google-Blase" bereits kommen, Webmaster, die laut eigener Meinung, von Google rankingtechnisch (in Form guter Platzierungen in der Suchmaschine) nicht angemessen berücksichtigt werden, wollen längst den Verlust technologischer Vorherrschaft auf diesem Gebiet erkannt haben.
Glühende Fans hingegen, muten den Kaliforniern bereits magische Kräfte zu, verbunden mit der Hoffnung auf eine besseren Welt, freier Informationszugang für alle Menschen inklusive.

Die Presse spekuliert wie eh und je, auf der Consumer Electronics in Las Vegas wartete die Weltöffentlichkeit jedoch vergeblich auf einschneidende Verkündungen von Larry Page - Co-Founder des Unternehmens - oder seines CEO, Eric Schmidt.
Die Gerüchte um einen besonderen Engagement Googles in Sachen eines billigen PCs "für alle", der von Google-Software angetrieben wird, wurden vehement dementiert, ebenso waren Privatvermögen der Gründer und zukünftige Entwicklungen des Aktienkurses kein Gegenstand öffentlich geführter Interviews; die Fragen um die private Boeing 767 der beiden Firmeninhaber wurden mit dem Argument beantwortet, Page und Brin seien viel Beschäftigte Geschäftsleute, Zeit wäre in diesem Zusammenhang ein entscheidender Faktor.

Google - deus ex machina
Die öffentlich praktizierte Bescheidenheit und Wortkargheit des Unternehmens ist eine der Erklärungen um die mediale Mystifizierung in diesem Umfeld; Google trommelt nicht, betreibt seine Presseaktivitäten auf Sparflamme, statt dessen wartet das Unternehmen mit technischem Fortschritt und Erneuerungen in einem schier rasanten Tempo auf und läßt sich offenbar auf seinem Weg zum bis zur Perfektion betriebenen Information Retrieval nicht beirren. Der Autor eines Artkels in der Printausgabe von The Economist fragt sich:

If Google is a religion, what is its God? It would have to be The Algorithm. Faith in the possibility of an omniscient and omnipotent algorithm appears to be what Messrs Page and Brin have in common. It's “in their DNA,” says Michael Moritz, a venture capitalist famous for investing early in both Yahoo! and Google. Whereas Yahoo! was started by two Stanford students who turned a hobby into a business, Google was started by two Stanford students who turned an intellectual obsession into a quest, says Mr Moritz.

Von der Suchmaschine zum Mythos, von lupenreiner Technologie zur Magie, von Menschen zu Titanen ? Das nennt man Mystifizierung.
Messias ist eine biblische Figur, Google ist allgegenwärtig; es wäre interessant zu wissen, wie die Zeitgeschichte des einundzwanzigsten Jahrhunderts im Jahre 4000 nach Christi geschrieben wird und ob man die "alte Zeit" noch ergoogeln kann.

 

Frühere Artikel aus dieser Rubrik:

Schnellsuche

Themenbereiche

Newsletter


 Abonnieren
 Abbestellen

Schnellauswahl

Zurück April '14
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30        

Sämtliche Logos und eingetragene Warenzeichen sind Eigentum der jeweiligen Besitzer.
© 2004 by Marketingman

Validome.org - Valid HTML 4.01!