Trotz satter Gewinne und einem, voraussichtlich mehr als einträglichen Börsengang seines Unternehmens, ist der Sohn russischer Emigranten und Google-Mitbegründer Sergey Brin bescheiden und bodenständig geblieben, so sein Vater, der russische Mathematiker Michael Brin in einem Interview. Michael Brin, der seit vielen Jahren Mathematik an der University of Maryland lehrt und in der ehemaligen Sowjetunion für monatlich 185 Rubel, als Ökonom innerhalb Gosplan - Staatliche Einrichtung, zuständig für die Erstellung und Überwachung der berühmten "Fünf-Jahres-Pläne" - tätig war, verliess mit seiner Familie die Sowjetunion 1979 wegen anhaltender Repressalien der Breschnew-Apparates und Diskriminierung jüdischer Mitbürger. Weder sein Sohn Sergey, noch er, hätten viel Geld, beteuert der bescheidene Wissenschaftler gegenüber der Presseagentur Reuters; Sergey bewohne eine bescheidene 2-Zimmer-Wohnung und würde einen Toyota Prius fahren, so Brin sen. im weiteren Gespräch mit der Agentur. Er hätte gedacht, sein Sohn würde eher eine wissenschaftliche Karriere einschlagen und niemals sich erträumen lassen, über Sergey als "Titan der Industrie" im Times Magazine zu lesen, eine Tatsache, der Michael Brin übrigens keinerlei gesonderte Bedeutung beimisst, ebenso wenig wie der Aufnahme seines Sohnes und dessen Freund, Larry Page in der berühmten Forbes-Liste der Milliardäre, Anfang 2004. Originalzitat Michael Brin gegenüber ReutersDid we expect him to become, what's it called -- Time Magazine calls him a 'titan of industry'? No, I had no idea. I expected him to get his Ph.D and to become somebody, maybe a professor... Tatsächlich stimmen diese Aussagen und das - im Verhältnis zu vergleichbaren Unternehmen - bescheidene Jahresgehalt Sergey Brin's, in Höhe von 150 000 $ (ohne Erfolgsprämien), den Betrachter nachdenklich, ist man doch seitens des gehobenen Managements eher Megalomanie, sinnlose Verschwendung und grenzenloser Eigennutz - zu Lasten von Unternehmung und Mitarbeitern - gewohnt. |